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Startseite » Blog » Telefonanlage Arztpraxis

Für Arztpraxen ist die Telefonanlage weit mehr als ein technisches Detail. Sie entscheidet darüber, ob Patient:innen durchkommen, ob das Team effizient arbeitet und ob sich moderne Lösungen wie eine KI-Telefonassistenz überhaupt sinnvoll anbinden lassen.

Trotzdem wird die Telefonanlage bei Praxisgründungen häufig erst in letzter Minute geplant — und in bestehenden Praxen läuft sie oft so lange mit, bis sie zum Problem wird. Dieser Ratgeber richtet sich an Ärzt:innen, die eine Telefonanlage für ihre Arztpraxis neu anschaffen oder erneuern möchten, sowie an IT-Dienstleister, die Praxen bei der Einrichtung unterstützen.

Wir erklären, welche Telefonanlagen-Typen es gibt, was eine VoIP-Telefonanlage in der Arztpraxis kostet und warum die Wahl der Telefonanlage auch über die Zukunftsfähigkeit Ihrer Praxis-IT entscheidet.

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Ein Hinweis in eigener Sache:
Dieser Artikel dient als allgemeiner Ratgeber. Die genannten Hersteller und Produkte stellen eine Auswahl gängiger Lösungen dar und keine Empfehlung. Für eine individuelle Beratung zu Ihrer Praxissituation stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

1. Warum die Telefonanlage in der Arztpraxis so wichtig ist

In kaum einer Branche ist das Telefon so zentral wie in der ambulanten Medizin. Morgens und nach der Mittagspause laufen in vielen Praxen unzählige Anrufe auf und das Telefon klingelt durchgehend — Terminanfragen, Rezeptbestellungen, Befundnachfragen, Überweisungswünsche. Das Telefon ist der erste Kontaktpunkt zwischen Patient:in und Praxis, und wenn dieser Kontaktpunkt nicht funktioniert, leidet alles: die Erreichbarkeit, die Patientenzufriedenheit und die Arbeitsbelastung des Teams.
Eine Umfrage von PraxisConcierge in Zusammenarbeit mit dem Hausärztinnen- und Hausärzteverband Nordrhein hat ergeben, dass über 80 % der befragten Praxisteams das Telefon als Dauerstressor empfinden. 73 % bezeichneten sich als „stark gestresst“, weitere 19 % als „überlastet“. Das Problem ist nicht nur die Anzahl der Anrufe, sondern die permanente Unterbrechung im Praxisablauf. Auch die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) bestätigt: die telefonische Erreichbarkeit ist ein zentrales Qualitätsmerkmal der Praxis.
Die Telefonanlage in der Arztpraxis kann diese Probleme nicht allein lösen — aber sie legt die technische Grundlage dafür, ob sich moderne Entlastungslösungen überhaupt einsetzen lassen. Wer über eine KI-Telefonassistenz, automatisierte Anrufannahme oder eine digitale Rezeption nachdenkt, muss zuerst die Telefonanlage in den Blick nehmen.

2. Welche Telefonanlage eignet sich für eine Arztpraxis?

Bei Telefonanlagen für Arztpraxen unterscheidet man grundsätzlich drei Kategorien: klassische On-Premise-Anlagen, moderne Cloud-Telefonanlagen und hybride Router-Lösungen. Die Frage „Welche Telefonanlage passt für meine Praxis?“ lässt sich nicht pauschal beantworten — aber die Tendenz ist eindeutig.

Klassische On-Premise-Anlagen

On-Premise bedeutet, dass die Telefonanlage als Hardware in der Praxis steht. Bekannte Vertreter in medizinischen Praxen sind die Auerswald und die OpenScape Octopus von Unify. Diese Anlagen waren lange der Standard und bieten grundlegende Funktionen wie Durchstellung, Warteschleife und Gruppenruf. Der Nachteil: Sie sind in der Regel nicht mehr im aktiven Vertrieb, Ersatzteile werden rar und die Anbindung moderner Dienste ist aufwendig oder gar nicht möglich. Wer eine solche Anlage betreibt, sollte die Ablösung mittelfristig planen.
Ein häufiges Problem bei älteren Anlagen: Zugangsdaten sind nicht mehr auffindbar, die Konfiguration wurde vor Jahren von einem IT-Dienstleister eingerichtet, der inzwischen nicht mehr erreichbar ist, oder die Anzahl der verfügbaren Sprachkanäle reicht für moderne Anforderungen nicht mehr aus.

Cloud-Telefonanlagen

Cloud-Telefonanlagen verlagern die gesamte Telefonie ins Internet. Die Hardware in der Praxis beschränkt sich auf IP-Telefone oder Softphones; die Vermittlungslogik läuft auf Servern des Anbieters. Bekannte Lösungen für den Praxiseinsatz sind 3CX, Starface, AGFEO, Placetel, Pascom und Yeastar. Sie bieten umfangreiche Funktionen wie Anrufmenüs (IVR), zeitgesteuerte Weiterleitungen, Voicemail-to-E-Mail, Statistiken und — entscheidend — eine offene Schnittstelle für die Anbindung externer Dienste.
Cloud-Anlagen werden in der Regel monatlich lizenziert, Updates erfolgen automatisch und die Administration läuft über ein Webinterface. Wer eine Cloud-Telefonanlage in der Arztpraxis einrichten möchte, profitiert von der mit Abstand größten Flexibilität — insbesondere bei der Anbindung von Telefonassistenz und anderen digitalen Lösungen.
Gut zu wissen: Bei einigen Cloud-Anbietern wie Nfon muss eine SIP-Nebenstelle — die Schnittstelle, über die eine Telefonassistenz angebunden wird — separat beantragt werden und verursacht zusätzliche einmalige sowie monatliche Kosten. Das ist vielen Praxen bei Vertragsabschluss nicht bewusst und sorgt bei der Einrichtung für Unmut. Klären Sie diesen Punkt vor der Entscheidung für einen Anbieter.

Die Fritz!Box als Sonderfall

Die Fritz!Box von AVM ist streng genommen ein DSL-Router mit integrierter Telefoniefunktion — keine vollwertige Telefonanlage. Dennoch ist sie das am häufigsten eingesetzte Gerät in kleineren Arztpraxen, insbesondere in Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften. Der Grund: Sie ist günstig, einfach zu konfigurieren und die Zugangsdaten liegen fast immer in der Praxis vor.
Die Fritz!Box unterstützt SIP-Trunks und lässt sich daher auch mit Telefonassistenzsystemen verbinden. Für Praxen mit moderatem Anrufaufkommen (bis ca. 5 gleichzeitige Gespräche) ist sie eine pragmatische Lösung. Wer allerdings mehr Sprachkanäle, differenziertere Anrufsteuerung oder eine Anbindung an mehrere Standorte benötigt, stößt schnell an ihre Grenzen.

3. Wie viele Sprachkanäle braucht meine Praxis?

Ein häufig unterschätzter Punkt bei der Planung einer Telefonanlage ist die Anzahl der Sprachkanäle. Ein Sprachkanal ist vereinfacht gesagt eine gleichzeitig mögliche Telefonverbindung. Wie viele Sie brauchen, hängt davon ab, wie viele Gespräche zeitgleich laufen sollen.
Für eine Praxis, die eine KI-Telefonassistenz wie PraxisConcierge einsetzen möchte, sind mindestens vier freie Sprachkanäle eine sinnvolle Untergrenze. Warum? Wenn ein Patient in der Praxis anruft, belegt er den ersten Kanal. Die Weiterleitung an die Telefonassistenz belegt einen zweiten Kanal. Möchte der Patient anschließend zur Praxis durchgestellt werden, ist ein dritter Kanal nötig. Und damit in dieser Zeit nicht alle anderen Anrufer ein Besetztzeichen hören, braucht es mindestens einen weiteren freien Kanal.
Bei älteren Anlagen wie der Octopus gibt es nicht nur eine Begrenzung der Sprachkanäle auf dem Anschluss, sondern auch eine in der Anlage selbst. Bei der Fritz!Box sind je nach Modell und Tarif zwei bis zehn gleichzeitige Gespräche möglich. Cloud-Anlagen bieten hier in der Regel die größte Flexibilität — Sprachkanäle lassen sich je nach Bedarf dazubuchen.
Faustregel: Planen Sie pro MFA-Arbeitsplatz mit Telefonzugang einen Kanal, plus zwei bis drei Kanäle Reserve für Telefonassistenz und Spitzenzeiten. Eine Einzelpraxis braucht in der Regel vier bis sechs Kanäle, ein MVZ mit mehreren Standorten deutlich mehr.

4. VoIP und Internetanschluss: Die technische Basis

Jede moderne Telefonanlage in der Arztpraxis basiert auf VoIP (Voice over IP) — Telefonie über das Internet statt über klassische Kupferleitungen. Seit der vollständigen Umstellung auf All-IP durch die Deutsche Telekom und andere Netzbetreiber ist VoIP der Standard. Das bedeutet: Ihre Telefonanlage braucht einen stabilen Internetanschluss als Fundament.

Die meisten Arztpraxen in Deutschland nutzen einen Anschluss der Deutschen Telekom — sei es als MagentaZuhause, Business-Tarif oder Glasfaser-Anschluss. Grundsätzlich funktioniert jede VoIP-Telefonanlage auf einem Telekom-Anschluss. Wichtig ist, dass der Tarif genügend gleichzeitige Sprachkanäle unterstützt und dass die Bandbreite für Telefonie und Praxissoftware gleichzeitig ausreicht. Ein Standard-VDSL-50-Anschluss ist das Minimum; für Praxen mit hohem Anrufvolumen oder mehreren Standorten empfiehlt sich Glasfaser.

Redundanz einplanen

Bei einem Internetausfall ist auch das Telefon tot. Für Arztpraxen, in denen die telefonische Erreichbarkeit essenziell ist, lohnt sich ein Backup-Anschluss über einen zweiten Provider oder eine Mobilfunk-Fallback-Lösung (z. B. LTE-Router). Die Kosten dafür liegen bei 20 bis 40 € monatlich — ein überschaubarer Betrag im Verhältnis zum Risiko.

QoS (Quality of Service)

Damit Telefonate nicht durch gleichzeitige Downloads oder Updates gestört werden, sollte im Router eine Priorisierung für Sprachdaten eingerichtet sein. Die meisten Cloud-Telefonanlagen bieten Anleitungen dafür; bei der Fritz!Box ist die Funktion in den Netzwerkeinstellungen integriert.

5. Telefonanlage für die Praxisgründung planen

Wenn Sie eine neue Praxis gründen und die Telefonanlage von Anfang an planen, haben Sie den Vorteil, keine Altlasten mitschleppen zu müssen. Gleichzeitig ist es eine Entscheidung, die Sie mehrere Jahre begleitet. Bei der Praxisgründung steht die Telefonanlage oft ganz unten auf der Prioritätenliste — dabei gehört sie zu den ersten Infrastruktur-Entscheidungen, die Sie treffen sollten.

Cloud-Anlage statt On-Premise.

Für Neugründungen gibt es keinen guten Grund mehr, eine klassische Hardware-Telefonanlage zu kaufen. Cloud-Anlagen sind günstiger in der Anschaffung, flexibler skalierbar und von überall administrierbar. Außerdem sind sie zukunftssicher, weil sich digitale Dienste wie Telefonassistenz, Online-Terminbuchung oder PVS-Integration über Schnittstellen anbinden lassen.
Rufnummernplanung. Überlegen Sie frühzeitig, wie viele Rufnummern Sie benötigen. Eine Hauptnummer für die Praxis reicht in vielen Fällen, aber wenn Sie z. B. eine separate Nummer für die KI-Telefonassistenz oder für Privatpatienten einrichten möchten, brauchen Sie zusätzliche Rufnummern. Klären Sie auch, ob Ihre Rufnummern portierbar sind — ein Anbieterwechsel sollte nicht bedeuten, dass Patient:innen eine neue Nummer bekommen.

Endgeräte.

IP-Telefone von Herstellern wie Yealink oder Snom sind der Standard in Arztpraxen. Sie werden per Netzwerkkabel angeschlossen und über die Cloud-Anlage konfiguriert. Für Ärzt:innen, die zwischen Sprechzimmer und Empfang wechseln, kann ein DECT-System (schnurloses Telefon über IP) sinnvoll sein. Headsets für die MFA am Empfang steigern die Effizienz, weil beide Hände frei bleiben.
IT-Dienstleister einbinden. Viele Arztpraxen arbeiten mit einem externen IT-Systemhaus zusammen. Bei größeren Praxen und MVZ übernimmt häufig die hauseigene IT oder ein festes Systemhaus die Einrichtung der Telefonanlage. In kleineren Praxen ohne eigene IT-Abteilung ist dagegen oft der Telefonassistenz-Anbieter oder der TK-Anlagen-Reseller gefragt, die Konfiguration zu begleiten. Binden Sie den zuständigen Partner frühzeitig in die Planung ein, insbesondere wenn die Telefonanlage in ein bestehendes Netzwerk integriert werden soll. Klären Sie auch, wer die Anlage im Betrieb administriert und bei Störungen erster Ansprechpartner ist.

6. Telefonanlage erneuern: Typische Ausgangssituationen

Nicht jede Praxis startet auf der grünen Wiese. Viele Ärzt:innen beschäftigen sich erst dann mit ihrer Telefonanlage, wenn ein konkreter Anlass entsteht — ein Anbieterwechsel, die Einführung einer Telefonassistenz oder schlicht die Erkenntnis, dass die alte Anlage nicht mehr zeitgemäß ist.
Szenario 1: Alte Anlage (Octopus, Auerswald) ablösen. Die Anlage läuft noch, aber Ersatzteile werden knapp, der IT-Partner ist nicht mehr verfügbar und die Zugangsdaten liegen im Tresor — wenn sie überhaupt noch existieren. In diesem Fall ist ein Wechsel auf eine Cloud-Anlage der sinnvollste Weg. Die Rufnummern lassen sich in der Regel portieren, die Einrichtung dauert wenige Tage und das Team kann mit modernen IP-Telefonen weiterarbeiten.
Szenario 2: Fritz!Box aufrüsten. Die Fritz!Box reicht für die Grundtelefonie, aber für die Anbindung einer Telefonassistenz fehlen Sprachkanäle oder Konfigurationsoptionen. Hier gibt es zwei Wege: Entweder Sie ergänzen die Fritz!Box um einen SIP-Trunk (z. B. über Easybell), der die Verbindung zum Assistenzsystem herstellt, oder Sie steigen auf eine Cloud-Anlage um, die mehr Flexibilität bietet.
Szenario 3: Anbieterwechsel im Bestand. Sie nutzen bereits eine Cloud-Anlage, möchten aber zu einem anderen Anbieter wechseln. In diesem Fall ist vor allem die Rufnummernportierung und die Kompatibilität mit bestehenden Endgeräten zu prüfen. Die meisten Cloud-Anlagen arbeiten mit dem SIP-Standard, sodass ein Wechsel technisch unkompliziert ist — vorausgesetzt, Sie planen ihn sauber und informieren Ihren Telefonanlagenanbieter rechtzeitig.

7. Warum Cloud-Telefonanlagen ideal für die Telefonassistenz sind

Die Entscheidung für eine Cloud-Telefonanlage ist nicht nur eine Frage der Modernisierung — sie ist die technische Voraussetzung dafür, dass die KI-basierte Telefonassistenz in der Praxis reibungslos funktioniert. Drei Gründe sind entscheidend:

Erstens: Offene Schnittstellen. Cloud-Anlagen bieten in der Regel SIP-Trunk-Unterstützung und APIs, über die sich externe Dienste anbinden lassen. Eine Telefonassistenz wird über einen SIP-Trunk an die Praxisanlage angebunden — ohne Weiterleitungskosten und mit vollständiger Rufnummernübermittlung (sogenanntes CLIP no screening, d. h. die Rufnummer des Patienten wird unverändert an Ihr System übermittelt). Bei alten On-Premise-Anlagen ist das häufig gar nicht oder nur mit erheblichem Aufwand möglich.
Durchstellung als Qualitätsmerkmal. Über den SIP-Trunk lässt sich auch eine Durchwahl einrichten, über die der AnrufConcierge von PraxisConcierge Patient:innen bei dringenden Anliegen direkt zur Praxis durchstellen kann. Das ist ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl einer Telefonassistenz: Die Assistenz sollte nicht nur Anrufe annehmen, sondern auch aktiv vermitteln können.

Zweitens: Flexible Anrufsteuerung. Cloud-Anlagen erlauben zeitgesteuerte Anrufprofile: Sie können definieren, wann Anrufe an die Telefonassistenz weitergeleitet werden (z. B. bei Besetzt, nach X Sekunden, außerhalb der Sprechzeiten) und wann sie direkt ans Team gehen. Diese Flexibilität ist entscheidend, damit die Assistenz zum Praxisalltag passt und nicht als Fremdkörper empfunden wird.

Drittens: Skalierbarkeit. Wenn das Anrufvolumen steigt — etwa nach einer Praxisübernahme, einem neuen Arzt im Team oder saisonalen Spitzen — können bei Cloud-Anlagen zusätzliche Sprachkanäle und Rufnummern schnell dazugebucht werden. Bei Hardware-Anlagen bedeutet das: neue Module kaufen, einbauen, konfigurieren.
Kurz gesagt: Wer eine Telefonassistenz plant, sollte die Telefonanlage als Teil derselben Investition betrachten. Die beste Assistenzlösung bringt wenig, wenn die zugrundeliegende Telefonie-Infrastruktur nicht mitspielt. Was eine Telefonassistenz im Detail leistet und welche Anbieter es gibt, erfahren Sie in unserem Vergleichsartikel.

8. Anbindung ans Praxisverwaltungssystem (PVS)

Die Telefonanlage allein sorgt dafür, dass Anrufe ankommen. Damit das Praxisteam diese Anrufe effizient bearbeiten kann, muss die Telefonie und besonders die Digitale Rezeption ihrer Praxis mit dem Praxisverwaltungssystem zusammenarbeiten. Im Idealfall sieht die MFA beim eingehenden Anruf direkt, wer anruft, kann per Klick in die Patientenakte springen und das Anliegen dokumentieren. Diese Verknüpfung zu beliebten Praxisverwaltungssystemen wie medatixx, Duria, tomedo, T2MED oder PegaMed bietet Ihnen PraxisConcierge in unterschiedlichem Umfang.
Tipp: Prüfen Sie vor der Entscheidung für eine Telefonanlage, ob Ihr PVS eine Integration unterstützt und welche technischen Voraussetzungen dafür nötig sind. Fragen Sie auch Ihren PVS-Hersteller nach bestehenden Partnerschaften mit Telefonassistenz-Anbietern — das spart Konfigurationsaufwand.

9. Datenschutz und Sicherheit

Telefonie in der Arztpraxis ist per Definition ein datenschutzsensibler Bereich. Patientendaten — Namen, Geburtsdaten, Anliegen — werden am Telefon kommuniziert und bei modernen Lösungen auch digital verarbeitet. Drei Aspekte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

Rechenzentrum in Deutschland

Wenn Sie eine Cloud-Telefonanlage nutzen, werden Gesprächsdaten auf Servern des Anbieters verarbeitet. Achten Sie darauf, dass diese Server in Deutschland stehen und nach anerkannten Standards zertifiziert sind (z. B. ISO 27001). Gleiches gilt für Telefonassistenzsysteme, die Anrufinhalte verschriftlichen und speichern.

Datenminimierung und Löschfristen

Im Sinne der DSGVO sollten nur die Daten erhoben werden, die für die Bearbeitung des Patientenanliegens notwendig sind. Definieren Sie klare Löschfristen — eine automatische Löschung nach 30 Tagen ist ein guter Richtwert für anrufbezogene Daten, die nicht in die Patientenakte übernommen werden.

Zugriffssicherheit

Sowohl die Telefonanlage als auch eine eventuell angebundene Telefonassistenz-Oberfläche sollten über sichere Authentifizierung, automatischen Logout, IP-Beschränkungen und Schutz vor Brute-Force-Angriffen verfügen. Fragen Sie Ihren Anbieter konkret nach diesen Maßnahmen. Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, lesen Sie unseren Artikel zum Thema Datenschutz in der Arztpraxis.

10. Was kostet eine Telefonanlage für die Arztpraxis?

Die Kosten für eine Telefonanlage in der Arztpraxis hängen vom gewählten Modell, der Praxisgröße und dem Funktionsumfang ab. Hier eine Orientierung:
Cloud-Telefonanlage: Die monatlichen Lizenzkosten liegen je nach Anbieter bei 3 bis 15 € pro Nebenstelle. Eine Hausarztpraxis mit vier Nebenstellen zahlt also zwischen 12 und 60 € monatlich für die Cloud-Software — ohne Endgeräte. Einrichtungsgebühren variieren, liegen aber häufig bei 50 bis 200 € einmalig.
SIP-Trunk: Ein SIP-Trunk kostet in der Regel 2 bis 5 € monatlich, zuzüglich Gesprächskosten (oft im Cent-Bereich pro Minute ins Festnetz). Einige Anbieter bieten Flatrate-Optionen.
Endgeräte: IP-Telefone (Yealink, Snom) kosten zwischen 80 und 200 € pro Gerät. DECT-Basisstationen für schnurlose Telefone liegen bei 150 bis 300 €, einzelne DECT-Mobilteile bei 80 bis 150 €. Headsets für die MFA beginnen bei ca. 50 €.
Fritz!Box: Wenn die Fritz!Box bereits vorhanden ist, entstehen für die Telefoniefunktion keine zusätzlichen Kosten — lediglich der SIP-Trunk und ggf. neue Endgeräte kommen hinzu.
Gesamtkostenbeispiel: Eine Einzelpraxis mit Fritz!Box, SIP-Trunk über Easybell und drei IP-Telefonen kommt auf ca. 300–600 € Einrichtungskosten und unter 10 € monatliche Fixkosten für den Trunk. Eine Gemeinschaftspraxis mit Cloud-Anlage, sechs Nebenstellen und DECT-System liegt bei ca. 1.000–2.000 € Erstinvestition und 30–80 € monatlich.

Fazit: Die Telefonanlage als Fundament der Praxis-IT

Die Telefonanlage in der Arztpraxis ist kein isoliertes Thema — sie ist das Fundament, auf dem die gesamte Patientenkommunikation aufbaut. Ob Sie eine neue Praxis gründen, eine alte Anlage ablösen oder eine Telefonassistenz einführen möchten: Die Wahl der richtigen Telefonanlage entscheidet darüber, wie flexibel, effizient und zukunftssicher Ihre Praxis kommuniziert. Cloud-Telefonanlagen haben sich als Standard für moderne Arztpraxen etabliert, weil sie die nötige Flexibilität für digitale Erweiterungen mitbringen — von der KI-gestützten Anrufannahme bis zur PVS-Integration. Wer heute die richtige Grundlage legt, spart sich morgen aufwendige Umstellungen.

Sie möchten wissen, wie eine Telefonassistenz mit Ihrer Telefonanlage zusammenspielt? Wir zeigen es Ihnen gerne in einer persönlichen Demo.

Checkliste: Telefonanlage für die Arztpraxis planen

Die folgende Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen, die Sie bei der Auswahl und Einrichtung Ihrer Telefonanlage für die Arztpraxis beachten sollten:

Grundlagen

Internetanschluss: Ist die Bandbreite ausreichend für Voice over IP? (Telekom, Vodafone, Glasfaser?)

Anschlusstyp: All-IP oder noch teilweise ISDN?

Redundanz: Gibt es einen Backup-Anschluss oder eine Mobilfunk-Fallback-Lösung?

Telefonanlage

Cloud oder On-Premise? (Cloud empfohlen für Neugründungen und Modernisierungen)

Wie viele Sprachkanäle werden benötigt? (Mindestens 4, besser 6–10)

SIP-Trunk-Nebenstelle vorhanden?

Zeitgesteuerte Anrufprofile konfigurierbar?

Welcher SIP-Trunk-Anbieter? (Telekom, MNet o. a.)

Integration

Ist die Anlage mit dem PVS kompatibel? (Aktensprung / CTI)

Lässt sich eine Telefonassistenz per SIP-Trunk oder -Nebenstelle anbinden?

Werden Rufnummern korrekt übermittelt? (CLIP no screening)

Datenschutz

Server-Standort Deutschland?

Zertifizierungen (ISO 27001, ISO 27017/27018)?

Automatische Löschfristen definiert?

Zugriffssicherheit geprüft?

Endgeräte und Betrieb

IP-Telefone ausgewählt? (Yealink, Snom u. a.)

DECT für mobile Nutzung nötig?

Headsets für Empfangs-MFA eingeplant?

IT-Dienstleister eingebunden?

Schulung für das Praxisteam geplant?

Um das hohe Telefonaufkommen strukturierter zu bewältigen, nutzen wir gerne PraxisConcierge. So sind wir für unsere Patient:innen immer erreichbar und haben dennoch die Wahl, wann wir die Telefonate zeitnah bearbeiten.
Eine WIN-WIN Situation sowohl für uns als auch die Patient:innen
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Isabella Müller BubeckFachärztin für Allgemeinmedizin, Vaihingen/Enz

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FAQ: Telefonanlage in der Arztpraxis

Welche Telefonanlage eignet sich am besten für eine Arztpraxis?

Für die meisten Arztpraxen ist eine Cloud-Telefonanlage (z. B. 3CX, Starface, Placetel) die beste Wahl. Sie bietet flexible Anrufsteuerung, SIP-Trunk-Unterstützung und einfache Skalierbarkeit. Für kleine Einzelpraxen kann auch eine Fritz!Box mit SIP-Trunk ausreichen.

Wie viele Sprachkanäle braucht eine Arztpraxis?

Mindestens vier, besser sechs bis zehn – abhängig von der Praxisgröße und davon, ob eine Telefonassistenz angebunden wird. Pro MFA-Arbeitsplatz sollten Sie einen Kanal einplanen, plus Reserve für Assistenzsysteme und Stoßzeiten.

Was kostet eine Cloud-Telefonanlage für die Arztpraxis?

Die Kosten liegen bei 3 bis 15 € pro Nebenstelle und Monat für die Cloud-Lizenz, plus einmalige Kosten für IP-Telefone (ca. 80–200 € pro Gerät). Ein SIP-Trunk kostet in der Regel 2 bis 5 € monatlich. Die Gesamtkosten für eine Einzelpraxis starten bei unter 10 € monatlich (Fritz!Box + SIP-Trunk), eine Cloud-Anlage mit mehreren Nebenstellen liegt bei 30–80 € monatlich.

Funktioniert eine VoIP-Telefonanlage auch mit einem Telekom-Anschluss?

Ja. Die meisten Arztpraxen nutzen einen Telekom-Anschluss als Basis für ihre VoIP-Telefonie. Wichtig ist, dass der Tarif genügend Sprachkanäle bietet und die Bandbreite für Telefonie und Praxissoftware gleichzeitig ausreicht.

Kann ich meine bestehende Rufnummer behalten?

Ja, in der Regel ist eine Rufnummernportierung möglich. Informieren Sie Ihren neuen Anbieter frühzeitig, damit die Portierung zum Wechseltermin abgeschlossen ist.

Wie kann ich eine Telefonanlage für meine Arztpraxis einrichten?

Bei Cloud-Anlagen erfolgt die Einrichtung über ein Webinterface — der Anbieter stellt die Zugangsdaten bereit, Sie oder Ihr IT-Dienstleister konfigurieren Nebenstellen, Anrufregeln und SIP-Trunks. Bei einer Fritz!Box genügt der Zugang zum Webinterface (fritz.box). In beiden Fällen empfiehlt sich die Einbindung eines spezialisierten Partners, insbesondere wenn eine Telefonassistenz oder PVS-Integration geplant ist.

Brauche ich einen IT-Dienstleister für die Einrichtung?

Für eine Fritz!Box-Konfiguration reichen gute IT-Grundkenntnisse oft aus. Bei Cloud-Anlagen mit SIP-Trunk-Anbindung und PVS-Integration empfiehlt sich die Unterstützung eines spezialisierten IT-Dienstleisters oder des Telefonassistenz-Anbieters.

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